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"Sozial
Unfair" -
von Eleonora Weiss
Mütter gegen Diskriminierung
durch das AMS
Studie:
Interessante
Deutsche Studie: Stellungnahme der Psychoanalytiker zum Krippenausbau
Korrespondenz:
Brief
zum Frauentag 2009 von Frau Dr. Herglotz und Mag. Erika Gossler an alle
Nationalratsabgeordneten
Brief zur Familienpolitik anläßlich des Frauentages von Frau
Gudrun Kattnig
Aussendung
von Alois Wolfmayr an alle Nationalräte
Brief an
die Frauenministerin, 3.1.2009
Anwort
aus Ihrem Büro, 12.1.2009
INITIATIVE FAMILIE NEU
von Dr. Herta Herglotz
"Familie neu" ist ein Modellvorschlag, der unser bestehendes Familienmodell
der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" ergänzt und der
Bevölkerung Vollbeschäftigung und einen gehobenen Wohlstand bringt.
"Familie neu" bedeutet eine "erweiterte Vereinbarkeit von
Familie und Beruf".
Begründungen
Die Alleinverdienerfamilie
wird zur Doppelverdienerfamilie.
Ein Erziehungseinkommen für den Elternteil, der zu Hause Kind/er,
Haushalt und Familienbetrieb übernimmt, macht aus der Alleinverdienerfamilie
eine Doppelverdienerfamilie, wie sie unserer Zeit entspricht.
Die Alleinverdienerfamilie (Vater verdient, Mutter zu Hause ohne Einkommen)
ist nicht mehr lebensfähig, außer ein Elternteil verdient übermäßig
viel. Ein Alleinverdiener mit Durchschnittsgehalt kann eine Familie nicht
mehr erhalten. 43(!) Berufsbranchen verdienen im Monat 1.000 Euro brutto
und weniger und viele Mehrkindfamilien und Alleinerziehende leben an und
unter der Armutsgrenze. Da helfen alle die kleinen Gaben und Zubußen
nicht, die die Politik sich bemüht auszuschütten. Arm bleibt
arm.
"Familie neu" macht die Alleinverdienerfamilie zu einer modernen
Doppelverdienerfamilie, in der beide Elternteile ein Einkommen haben,
der eine ein außerhäusliche und der andere ein Erziehungseinkommen,
abzüglich aller Steuern und mit eigener Kranken- und Pensionsversicherung.
Öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen werden entlastet durch
Kinderplätze zu Hause.
Neue Erwerbstätige - die Emanzipation der Mütter
Das Erziehungseinkommen macht die Mutter, wenn sie den Part zu Hause übernimmt,
zu einer neuen Erwerbstätigen , die Steuern und Sozialbeiträge
zahlt und damit auch ihren Anteil zum Erhalt und Bestand unseres Staates
leisten kann. Wir brauchen jetzt mehr steuerzahlende Erwerbstätige
und zwar jetzt schon zur Abdeckung der Pensionen und Nachwuchs für
die künftigen.
Die Forderungen der Emanzipation der Frauen nach Eigenständigkeit
und Selbstbestimmung der Frauen werden in der neuen Familie erfüllt.
Alle Mütter können nun selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder
selbst betreuen oder sie staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen überlassen.
Es besteht echte Wahlfreiheit.
Vollbeschäftigung, Arbeitsplätze
für alle, die Einkommensschere schließt sich
Alle Männer und alle Frauen in außerhäusliche Berufe?
Haben wir so viele Berufe? Führt das nicht zwangsläufig zu Arbeitslosigkeit?
Alle Kinder in öffentliche Betreuungseinrichtungen? Was kostet uns
das?
Die Einkommensschere wird berechnet nach dem Einkommen aller Männer
und dem Einkommen aller Frauen. Klar, dass das der Frauen bedeutend niedriger
ist. Es fehlen die Gehälter der Mütter, die wegen ihrer Kinder
nur Teilzeit arbeiten (Kleine Zeitung., 24.01.08: 4 von 10 Frauen) oder
überhaupt bei ihren Kindern bleiben.
Der als Arbeit und Beruf anerkannte Arbeitsplatz der "Mutter/Vater
zu Hause" füllt die Lücke der in der Einkommensschere fehlenden
Gehälter, schafft zusätzlich zu allen anderen Berufen Arbeitsplätze
für alle Männer und Frauen und bringt einen gewissen Wohlstand
für alle Familien.
Gleichstellung von Mann und Frau
Das Erziehungseinkommen stellt ökonomisch alle Frauen einander gleich
und auch die Männer mit den Frauen.
Männer und Frauen sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. Dadurch
dass die Frau Mutter werden kann, ist sie dem Mann nicht gleich. Sie sind
nicht gleich, aber gleichwertig und einander ebenbürtig.
Was wir aber brauchen, ist die ökonomische Gleichstellung von Mann
und Frau, die durch das Erziehungseinkommen gegeben ist. Der Vater verdient
und die Mutter verdient, auch wenn einer zu Hause beim Kind bleibt.
Der Gleichheitsgrundsatz besagt: "Alle Staatsbürger sind vor
dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechts, des Standes,
der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen."(Bundesverfassungsgesetz
B-VG, Art.7(1), Stand vom 30.09.07) .
Ein Mütterarbeitsrecht
Es geht nicht um den Wert der Mütter, der unbezahlbar ist, aber um
ihre ökonomische und soziale Absicherung.
Auch Frauen ohne Kind werden oft schon nur mit Vorbehalt eingestellt und
eingestuft. Sie könnten ja ein Kind bekommen und dann nicht immer
verfügbar sein. Dies gilt auch für Männer, wenn sie jetzt
mehr in die Familienarbeit eingebunden werden.
Wie soll man der Arbeit einer Mutter gerecht werden, wenn sie zu Hause
ihre Kinder selbst betreuen will?
Die Arbeit einer Mutter unterscheidet sich grundlegend von jeder herkömmlichen
Arbeit und ist gesondert zu bewerten.
Die Arbeit einer Mutter ist ein Tag- und Nachtjob, ein Allzeit-Bereitschaftsdienst,
ohne geregelte Arbeitsstunden, ohne freies Wochenende oder Urlaub. Diese
Begünstigungen, die andere Berufe haben, müssen bei der Bewertung
des Berufes Mutter einkalkuliert werden. Eine Mutter muss außerdem
Fähigkeiten entwickeln und sich Kenntnisse aneignen, die anderen
Berufen entsprechen. Die Beanspruchung durch die Kinder ist durch deren
Entwicklung im Lauf des Lebens unterschiedlich, aber die Mutter wird immer
noch benötigt, solange die Kinder im Haus sind. Auch pubertierende
Jugendliche brauchen ein geborgenes Zuhause. Außerdem steigen die
Lebenserhaltungskosten der Familie, wenn die Kinder älter werden.
Die Familie braucht das Einkommen der Mutter, um nicht unter die Armutsgrenze
zu fallen. Eine Mutter verdient es , so wie alle anderen arbeitenden Menschen,
für ihr Leben und auch im Alter abgesichert zu sein.
Zeit der Eltern für
ihre Kinder
Die neue Familie gibt den Eltern ausgiebig Zeit, sich ihren Kindern zu
widmen, was auch deren größter Wunsch ist. Es wird schon so
viel geforscht und geredet über das, was Kindern gut tut. Die Eltern
sollen selbst entscheiden, wie sie - innerhalb ihrer Möglichkeiten
und Lebensplanung - ihren Kindern ein bestmögliches Zuhause bieten
können. Kinder brauchen Geborgenheit, Aufmerksamkeit und liebevolle
Zuwendung.
Rechte der Kinder
Die UN-Kinderrechtskommission wurde am 20.Nov. 1989 von der UN-Generalversammlung
angenommen und trat am 20.Sept.1990 in Kraft. UN-Kinderrechtskonvention,
Art.7:"Das Kind hat das Recht, von seinen Eltern betreut zu werden."
Finanzierungsvorschlag
für "Familie neu"
Wir unterscheiden das Erziehungseinkommen
für die Arbeitsleistung der Mutter oder des Vaters zu Hause mit Kind/ern,
Haushalt und Familienbetriebsführung und ein Kinderkostengeld (nicht
zu verwechseln mit dem Kinderbetreuungsgeld, das ja für die Leistung
der Mutter/des Vaters bestimmt ist) für den Kostenaufwand des Kindes.
Das Kinderkostengeld für
jedes Kind wird abgedeckt durch Zusammenlegung aller derzeitigen Familienbeihilfen
und Bonuszahlungen (zusammen ca.215,00 Euro i.M.) und wird wie diese bisher
vom FLAF, dem Familienfonds, finanziert.
Das fiktive Erziehungseinkommen
( ca. 1.300,00 Euro brutto = 1.000,00 Euro netto, i.M.) inkludiert in
den ersten 3 Jahren das Kinderbetreuungsgeld (436,00 Euro i.M.), das auch
vom FLAF bezahlt wird und wird außerdem aufgefüllt durch Verschiebung
der Staatsgelder von
l frei werdenden Kinderbetreuungsplätzen ( Krippe, ca.1.500 Euro
i.M., Ganztagskindergartenplatz, ca. 500 Euro i.M., Hortplatz, ca. 500
- 600 Euro i.M., Ganztagsschulen) auf Kinderplätze zu Hause.
l Einsparungen von Arbeitslosen- und Sozialhilfegeldern
l Einsparung von allfälligen Resozialisierungsgeldern ( Drogenkliniken,
Sozialarbeiter, Jugendanwälte, psychotherapeutische Betreuung u.s.f.)
l Faire Beiträge aus überschüssigen Gewinnen in der Wirtschaft
und auch von Kinderlosen, wenn sie gut verdienen, denn diese beziehen
einmal ihre Pensionen durch die Kinder der anderen.
Der FLAF, der Familienfonds,
der für die Kinder das ist, was die Pensionskassen für die Pensionisten
sind, muss wieder ein starker Familienfonds werden, der nicht ständig
dazu benützt wird, andere Budgetdefizite aufzufüllen, und in
den auch Bund, Länder und Gemeinden über 2.000 Einwohner für
ihre Bediensteten Beiträge zahlen müssen. Außerdem könnten
die Beiträge wieder wie früher 6% und nicht nur wie jetzt nur
4,5% betragen, für die Pensionskassen zahlt man von der Lohnsteuer
immerhin 22,8 %.
Die Höhe des Erziehungseinkommens
(keine Staffelung!) habe ich berechnet nach den Angaben einer Mutter (45)
von 3 Buben ( 3, 6 und 8 Jahre) und dem Mann als Alleinverdiener mit Durchschnittsgehalt.
Alle jährlichen und monatlichen Familienzahlungen machen pro Kind
i.M. ca. 213,00 Euro aus. Die Mutter selbst bekommt nichts. Vor ihrer
Heirat hatte sie ein Einkommen wie ihr Mann jetzt. Nun müssen 5 Leute
davon leben.
Eine Mutter mit 4 Töchtern von 21, 18 und 13 Jahren (Zwillinge) meint,
je älter die Kinder werden, umso schwieriger wird die Geldfrage.
Sie muss um jeden Cent kämpfen.
Eine Mutter von 3 Mädchen (das älteste 9 Jahre) sagt, es sei
ein völliger Blödsinn zu glauben, man sei aus dem Gröbsten
heraus, wenn die Kinder größer werden. Die 9-Jährige braucht
ungleich mehr Zuwendung als die beiden kleineren Kinder zusammen.
Die Dauer des Bezuges des Erziehungseinkommens
hängt von den Intentionen der Familie ab. Manche Mutter möchte
schon sehr bald wieder in ihren alten Beruf zurückkehren oder einen
neuen beginnen. Auf jeden Fall soll es möglich sein, dass die Mutter
das Erziehungsgeld bezieht, bis das jüngste Kind aus dem Haus ist,
und dass sie danach eine Abfertigung oder eine Pension bekommt.
Der Wiedereinstieg oder Umstieg
in einen anderen Beruf muss rechtlich festgelegt werden. Es ist eine unglaubliche
Vergeudung von Ressourcen, wenn qualifizierte Frauen nach einer längeren
Babypause keinen adäquaten Lohnarbeitsplatz finden.
Es ist auch eine unglaubliche Vergeudung von potenziellen Arbeitskräften,
wenn man die Mütter und Väter, die zu Hause den Part mit Kind,
Haushalt und Familienbetrieb bestreiten, nicht finanziell und sozial als
Arbeitende anerkennt.
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