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ÖSTERREICHISCHE
HAUSFRAUEN UNION
















Lesermeinungen

Hier veröffentlichen wir ab April 2010 Meinungen unserer Leser und Leserinnen:

Gedanken zur Wahlfreiheit von Frauen
von Stefan H. aus Graz-Umgebung

Rund um den Weltfrauentag waren die Zeitungen voll von Statistiken und Interpretationen rund um das Wesen Frau. Alleinerziehende Mütter am Rande des sozialen Abgrundes, aber vor allem Frauen die Mehrfachbelastungen mit links meistern, kamen zu Wort. Leider kamen keine Hausfrauen zu Wort. Die Frage ist: gibt es diese überhaupt noch und sind nicht die zahllosen Teilzeitfrauen in Gastgewerbe, Handel usw. im Hauptberuf Hausfrau und Mutter?

Den Begriff des Karriereknicks möchten diese Frauen wahrscheinlich gerne gegen die Anerkennung ihrer Hauptarbeit eintauschen. Komisch ist in diesem Zusammenhang, dass Sabbatical Jahr, Auslandsstudien sowie Bildungskarenz keinesfalls zum Karriereknick führen, nur die "Aufzucht des unliebsamen Übels zur Rentenvorsorge" wird bestraft.

Ist Vereinbarkeit ein Unwort der heutigen Gesellschaft oder unabdingbares Dogma des modernen Lebens? Ist Alles und Jedes vereinbar oder gibt es noch ein Für und Wider? Glückliche Zeit mit Kindern und Karriere und Südseeurlaube und nächtelange Partys - oder doch nur eines davon oder auch einmal eines nach dem anderen?

Wifo-Experten fordern nun sogar, dass Eltern die Möglichkeit genommen werden sollte, 2 oder mehr Jahre beim Kind zu bleiben, weil dies kein Beitrag zur Förderung der Berufstätigkeit sei. Das Geld sollte besser in Kinderkrippen investiert werden.
Ganz abgesehen von der derzeitig hohen Arbeitslosigkeit werden hier wohl kaum die Folgekosten bedacht. Gerade im urbanen Raum, wo es Kinderkrippen schon länger gibt, sind heuer andere Zahlen aufgetaucht, die aber nichts mit der ausgelagerten Kinderbetreuung zu tun haben, oder? Österreich ist in der Alterskategorie der 16-Jährigen auf Platz 1 der Alkoholiker und Platz 2 der Selbstmörder in Europa. Die Folgekosten um aus denen, die es überleben, wieder volkswirtschaftlich wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu machen würden mich genauso interessieren wie eine Umfrage unter allen Frauen, wie hoch der Wunsch nach mehr Zeit mit dem Kind ohne Mehrfachbelastung ist.