Leserbrief von Dr. Gabriele Feyerer an "Die Presse" - zum Artikel von Birgit Kelle: "Hausfrauen - hört auf, euch zu entschuldigen!"

Abgesehen davon, dass Frau Herman nicht "verbohrt" íst, sondern nur als Erste gegen Windmühlenflügel kämpfte, meldet sich in Birgit Kelle eine wahrhaft Große zu Wort. Ja, es ist wahr: sogar - und gerade - als Akademikerin fühlt man sich schuldig, zu lange beim Kind zu sein, diese Zeit gar noch zu genießen. Es geht nicht um Arbeit als solche (vieles ist in Teilzeit oder zu Hause machbar und späte Karrieren sind oft die besten), sondern um mehr Zeit und Zuwendung für Kinder. Väter sollen natürlich mitwirken, doch für ein Baby ist und bleibt die Mutter die wichtigste Bezugsperson - oder können Väter etwa stillen (Stillen ist ein Menschenrecht!)? Ist eine wirtschaftshörige Politik wirklich klüger, als die Natur? Wollen wir eine Verstaatlichung der Kindheit (und des Alters) von der Krippe bis zur Bahre? Fungieren Eltern schon als "Trottelbürger", denen Papa Staat vorschreibt, wann und wie sie ihre Kinder erziehen und versorgen dürfen? Väter und Mütter als Konkurrenten und Dummies, die alles brav machen, was "Bildungs- und ErziehungsexpertInnen" ihnen vorbeten. Sogar eine aggressive Obrigkeitsmedizin profitiert davon (geplanter Impfzwang, Antidepressiva oder ADHS-Therapien im Krippenalltag etc.) und ein ganzes Buchmarktsegment lebt inzwischen von Ratgeberm für Betreuungseinrichtungen und deren Personal. Höchste Zeit die Notbremse zu ziehen und laut NEIN zu sagen, wo NEIN schon längst angebracht ist! 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dagmar Hampel (Sonntag, 22 September 2013 13:41)

    Sehr geehrte Frau Dr. Feyerer!
    Mit großer Genugtuung habe ich Ihren Leserbrief in der heutigen "Presse" gelesen. Dieses Thema beschäftigt mich seit geraumer Zeit, habe daher auch in einem Zug das hervorragende Buch von Birgit Kelle gelesen; eine wahrhaft Große, wie sie treffend erwähnen. Es ist wirklich höchste Zeit, dass Frauen sich gegen diese unerträgliche Bevormundung durch die eigenen Geschlechtsgenossinnen zur Wehr setzen. Denn längst kann man nicht mehr den Männern das Mäntelchen der Unterdrückung umhängen, die Fallensteller kommen aus den eigenen Reihen. Nun scheint die Zeit reif für einen Wende zu sein, denn immer häufiger trauen sich Frauen ihre Meinung kundzutun. .Siehe auch Frau Dr. Sybille Manhart, die das in ihrem Beitrag "Wir pfeifen auf Binnen-I- und Töchterhymne" ebenfalls vor einiger Zeit in der "Presse" zum Ausdruck brachte. Habe mich auch selbst bereits mehrmals in Leserbrieefn zu diesem Thema geäußert.
    Ich würde gerne mehr über Ihre Arbeit der Hausfrauen-Union erfahren - wie komme ich zu Information?

    Mfg.
    Dagmar Hampel
    Oskar Jaschagasse 102
    1130 Wien