Veranstaltungen

 

Teilnahme an der "Oma-Revolte"

 

Aus aktuellem Anlass sei auf eine ganz spezielle "Veranstaltung" hingewiesen: Gertraud Burtscher plant eine „Oma-Revolte“!

Sehr einsichtig legt sie dar (siehe "Denkanstöße"), wie der Entschluss dazu in ihr wuchs und warum auch Ihre Teilnahme an der Kundgebung in Wien wichtig ist.

 

 

 

Die bereits angemeldete Demonstration wird am

 

 

 

1. September 2017 um 16 Uhr auf dem Heldenplatz

 

in Wien stattfinden.

 

 

 

Kommen auch Sie zur Demo und werden Sie Teil einer überparteilichen familienpolitischen Bewegung!

 


Nachbemerkung zur Veranstaltung

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

 

Die „Oma-Revolte“ fand kurz nach unserem Redaktionsschluss statt. Leider lief sie nicht ab wie erhofft! Die ÖHU war vor Ort, und wir erfuhren erst direkt auf dem Heldenplatz von einer Reporterin, dass es „arge Vorwürfe gegen die Frau Burtscher“ gäbe und ob wir „auch jetzt noch bereit wären, ihre Forderungen zu unterstützen“. Ich erklärte der jungen Frau, dass diese „Oma-Revolte-Forderungen“ immer schon zu den Forderungen der ÖHU nach Gerechtigkeit für Familien gehören. Selbstverständlich unterstützen wir diese, egal, wer sie sonst noch unterstützt oder wer nicht.

 

Auf dem Heldenplatz wollten ursprünglich folgende Damen sprechen:

Ulrike Lunacek von den „Grünen“

Emma Fechtig von der Initiative „Wertschätzung Familienarbeit“

Philippa Strache für die FPÖ

MMag Martina Portele als Koordinatorin des „Familiennetzwerkes“

Dr. Elisabeth Pittermann für den Seniorenbund

KPÖ Gemeinderätin Christine Braunersreuther

Mag. Erika Gossler von der Hausfrauenunion

Irene Kernthaler-Moser, Vizepräsidentin des „Katholischen Familienverbandes“

 

Leider haben die „Enthüllungen“ alle Rednerinnen (mit Ausnahme von Emma Fechtig und mir) verscheucht. Die oben genannten Damen wollten dann doch die so berechtigten (und sehr beschei-denen!) Forderungen der Oma-Revolte nicht öffentlich unterstützen, obwohl Frau Mag. Burtscher bereits am Vortag (NACH Bekanntwerden ihrer „Aktivitäten“ in den frühen 80er-Jahren) bereits im Bundeskanzleramt vorgesprochen hatte und ihr dort Unterstützung zugesagt worden war. Sogar die Geldquelle wurde genannt: der FLAF ...

 

Zum besseren Verständnis der Materie möchte ich kurz auf die Hintergründe der Alterspensionen eingehen: In der vorindustriellen Gesellschaft gab es das Modell der familiären Solidarität: die Eltern zogen ihre Kinder groß und erwarben dadurch den Anspruch, ihrerseits im Alter von den Kindern erhalten zu werden. Die ursprüngliche Idee hinter dem Genera-tionenvertrag, wie wir ihn heute haben, war eine Transformation dieses Modells der familiären Solidarität auf die Bedingungen der industriellen Gesellschaft. So sollten auch Kinderlose Rentenansprüche gegenüber der nachfolgenden Generation erwerben und sich im Gegenzug angemessen an den Kinderkosten beteiligen.

 

Der deutsche Wirtschaftstheoretiker Wilfrid Schreiber strebte die Einführung sowohl der dynamischen Altersrente als auch der dynamischen Kindheits- und Jugendrente an. Während aber die Altersrente in der BRD eingeführt wurde, wischte der konservative Bundeskanzler Konrad Adenauer die Kindheits- und Jugendrente mit seiner Rentenreform vom Tisch und meinte dazu lapidar: „Kinder bekommen die Leute immer“.

 

Schreiber fand dafür hart klingende Worte: „Wer kinderlos oder kinderarm ins Rentenalter geht und, mit dem Pathos des Selbstgerechten, für gleiche Beitragsleistungen gleiche Rente verlangt und erhält, zehrt im Grunde parasitär an der Mehrleistung der Kinderreichen, die seine Minderleistung kompensiert haben. Es gibt allen Spöttern zum Trotz ein gesellschaftliches ‚Soll‘ der Kinderzahl, eben jene 1,2 Kinder, die jeder Einzelmensch haben muß, damit die Gesellschaft am Leben bleibt und auch für den Unterhalt ihrer Alten aufkommen kann.“

http://www.flegel-g.de/PDF/disk28schreiber.pdf

 

Tatsächlich ist es unfair, die Altenlast zu kollektivieren, die Kinderlast aber zu privatisieren. Eltern erwischt es doppelt ungünstig, zumal der Rentenanspruch nicht an die Erziehungs-leistung, sondern an Erwerbstätigkeit gebunden wurde. So können Mütter oder Väter, die wegen der Kindererziehung zeitweise nicht oder nur in geringerem Umfang erwerbstätig sind, nicht in der gleichen Höhe Rentenansprüche erwerben wie voll Berufstätige, und natürlich können sie auch nicht so viel sparen wie Kinderlose, weil sie ihr Einkommen mit den Kindern teilen.

 

Hand in Hand mit der jahrzehntelangen finanziellen Benachteiligung von Familien geht auch der schleichende Verlust an Wertschätzung der so bedeutenden Familienarbeit! Die entwürdi-gende Abwertung der Mutterschaft und die Sicht auf Kinder als „Karrierehindernis“ sind daran ebenso schuld wie die von einem Heer billiger Frauenarbeitskräfte profitierende Wirtschaft! Auch kann es in manchen Kreisen passieren, dass man für die bloße Erwähnung des Begriffs  „Mütterlichkeit“ schief angeschaut und in die „Mutterkreuz-Ecke“ phantasiert wird.

 

Auf der Strecke bleiben die Familien. Wenig nützliche Aufrufe, die Kinder doch „einfach“ in Krippen abzugeben und selber einem möglichst gut bezahlten Beruf nachzugehen, egal, wie jung diese Kinder sind und wie dringend sie die Betreuung durch ihre Mütter und Väter brauchen würden, sind blanker Hohn und politische Bevormundung der Bürger, die man auf diese Weise wohl zeitgeistkonform erziehen (oder erpressen?) will. Ich persönlich glaube nicht, dass es Babys und Kleinkindern sonderlich guttut, den wachen Teil ihres Lebens in Fremdbetreuung zu verbringen, aber ich respektiere, dass jedes Eltern(halb)paar seine eigene Entscheidung trifft. Die Hausfrauenunion steht für Wahlfreiheit – das heißt aber auch, dass die selbstbetreuenden Eltern ebenso respektiert und gefördert werden müssen.